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Die Ordenskirche

Als Seine Eminenz Franz Kardinal König, in Umsetzung des betreffenden Beschlusses der Österreichischen Bischofskonferenz, per Dekret am 15. Dezember 1977 den Orden der Ritter des Heiligen Lazarus zu Jerusalem - Großpriorat von Österreich in der Rechtsform einer Pia Unio nach kanonischem Recht errichtete, erhielt der Orden als offiziellen Sitz eine Ordenskirche zugesprochen – wie im Codex Iuris Canonici vorgesehen.

 

Demgemäß findet sich im gegenständlichen Errichtungsdekret Seiner Eminenz auch die Verfügung, dass die als Waisenhauskirche bekannte Pfarrkirche Maria Geburt – am Rennweg 92 in Wien III. gelegen – fortan als Ordenskirche des Lazarus-Ordens dienen soll.

 

Die Zuweisung gerade dieser Kirche war nicht ohne tieferen Grund geschehen, sondern mit besonderer Bedachtnahme auf die historischen Gegebenheiten gewählt.

 

Der Lage nach stellt die Ordenskirche Maria Geburt das nächstgelegene Gotteshaus zu jenem Standort dar, an dem der Lazarus-Orden mit dem Sundersiechenhaus zu Sankt Lazar erstmalig auf dem Gebiet des heutigen Österreich – belegt ab dem Jahr 1257 – seine hospitalische Tätigkeit entfaltete.

 

Die heutige Ordenskirche befindet sich damit in einer Entfernung von etwa einhundert Metern zu jenem Standort, an dem letzte Bauten des ursprünglichen Siechenhaus-Komplexes des Lazarus-Ordens bis zu Beginn der 1950er Jahre überdauert hatten, ehe sie aufgrund ihres desolaten Zustandes infolge der Kriegseinwirkung abgebrochen wurden.

 

Mit der Erwählung der Kirche Maria Geburt als Ordenskirche der Ritter des Heiligen Lazarus zu Jerusalem im Großpriorat von Österreich, setzte Seine Eminenz Franz Kardinal König somit ein bedeutsames Zeichen der Sukzession und der Anbindung an die frühe Geschichte des Lazarus-Ordens, die hier über Jahrhunderte bestanden hatte.
Am Portal der Kirche findet sich auch jene Marmortafel, die dieser Gegebenheit Rechnung trägt und das Gotteshaus als Ordenskirche des Großpriorats von Österreich ausweist, sowie an die kirchliche Anerkennung der Ritter des Heiligen Lazarus zu Jerusalem erinnert.

 

Die Kirche Maria Geburt ist vorrangig unter ihrem Namen als "Waisenhauskirche" bekannt und setzt damit den historischen Bezug auf das Pamer'sche Waisenhaus, das nach der Auflösung des Lazarus-Ordens durch Kaiser Joseph II. in unmittelbarer Nähe des alten Ordenspitals entstand und den bisher dort beheimateten Waisen und Findlingen neues Heim bot.
Berühmtheit erlangte die Kirche unter diesem Namen ebenfalls durch Wolfgang Amadeus Mozarts Waisenhausmesse (Messe in c-Moll, KV139), die eigens zur Einweihung der Kirche am 7. Dezember 1768 komponiert und von Mozart selbst uraufgeführt wurde.